SC Wacker Dinslaken – SF Hamborn 07 II 2:1 (1:1)

SC Wacker Dinslaken – SF Hamborn 07 II 2:1 (1:1)

Trotz enger Partie auch in Dinslaken keine Punkte für Hamborns Zweite – Ex-Löwe Pierre Kasch sorgt in der Nachspielzeit für die Spielentscheidung –

Die Zweite Mannschaft der Sportfreunde Hamborn 07 muss in der Kreisliga A weiter auf ihre ersten Punkte warten. Wie zum  Liga-Auftakt gegen Eintracht Walsum am letzten Woche, gab es für die Löwen-Reserve nun am gestrigen Sonntag ebenfalls eine 1:2 Niederlage beim SC Wacker Dinslaken.

Besonders bitter für die Löwen: Der Siegtreffer der Gastgeber fiel erst in der Nachspielzeit, und ausgerechnet Ex-Löwe Pierre Kasch sorgte für die Entscheidung (90.+1). Zuvor hatte Fabian Neukamp Wacker in der 22. Minute mit 1:0 in Führung gebracht, die Noel Wennrich kurze Zeit später egalisierte (31.).

Löwen-Coach Pierre Schmitz, der sich ein „Vollgas-Spiel“  erhofft hatte, war enttäuscht vom Auftritt seiner Mannschaft. „Wir haben schlecht gegen einen schwachen Gegner gespielt und uns dessen Spiel angepasst. Aus gefühlten 80 % Ballbesitz haben wir einfach nichts gemacht.“

Gerade im ersten Durchgang ließen die Hamborner den nötigen Zug nach vorne und den nötigen Druck vermissen. „Wir waren wieder zu zaghaft, haben die Zweikämpfe einfach nicht angenommen und auch gar keine gesucht“, haderte Pierre Schmitz. „Wir haben den Gegner gar nicht vor irgendwelche Aufgaben gestellt, mit denen er sich hätte auseinandersetzen müssen.“

Es kam dann, wie es kommen musste. Vorne zu wenig bewegt, hinten einmal geschlafen. Nach unglücklichem Stellungsspiel in der Hamborner Defensive , nutzt Wacker die sich in der Mitte auftuenden Lücken, geht dazwischen und hat auch noch Glück, dass der Schuss von Fabian Neukamp aus rd. 18 Metern vom Innenpfosten ins Tor springt. 1:0 (22.). „Ein Treffer, der vermeidbar war. Das haben unsere beiden Sechser nicht clever verteidigt“, war Pierre Schmitz etwas angesäuert.

Kurze Zeit später gab es dann neue Hoffnung im Hamborner Lager, als sich Mazlum Itmec über außen schön durchsetzt und Noel Wennrich mit einer herrlichen Flanke mustergültig bedient. Der Mittelstürmer der Löwen vollendet per Kopf zum 1:1 (35.) und sorgt zumindest temporär für einen versöhnlichen Moment bei seinem Trainer. „Das war dann mal ein Lichtblick in der ersten Halbzeit, mehr aber auch nicht“, relativiert Pierre Schmitz, denn kurze Zeit später ist seine Elf erneut im Glück, als ein Schuss der Gastgeber an den Pfosten knallt. „Da hätten wir uns nicht beschweren dürfen, wenn es dann 2:1 steht“, gibt Pierre Schmitz zu.

Zur zweiten Halbzeit bringt der Löwen-Coach mit Gurusanth Kanagalingan einen erfahrenen Mann, der verletzungsbedingt im ersten Durchgang noch angeschlagen werden musste. Mit dem Routinier gewinnt das Hamborner Spiel etwas mehr Konturen. Sein Einsatz ist spürbar, bringt jedoch nicht die große Wende.

„Wir haben uns weiterhin zu viele Fehlpässe selbst auf kurze Distanz geleistet, viel zum umständlich agiert, teilweise viel zu zurückhaltend“, analysiert Pierre Schmitz die folgenden Phasen des Spiels.

Seine Elf hat noch einmal eine gute Gelegenheit, als Leon Chalupka eine Ecke mit dem Kopf erwischt, das Leder aber sein Ziel nicht findet. Auf der anderen Seite testet Wacker noch einmal einen der Hamborner Pfosten. Pech für die Dinslakener, die jedoch das bessere Ende für sich behalten sollten.

Ex-Löwe Pierre Kasch schloss in der vierten Minute der Nachspielzeit einen Konter zum 2:1 ab, nachdem die Hamborner Defensive es an Unterstützung für den ballführenden Mitspieler hatte fehlen lassen, und dieser das Leder mangels Abspielmöglichkeit  im Mittelfeld verloren hatte. „Da haben wir wieder einfach nur zugesehen anstatt zu helfen“, haderte Pierre Schmitt mit der Passivität einiger Akteure.

Gleiches gilt für den Zeitpunkt der späten Gegentore  in den letzten Spielen. „Aus irgendwelchen Gründen bekommt uns die  letzte Minute nicht gut“, so der Coach. Auch gegen Eintracht Walsum fiel der entscheidende Treffer in der Nachspielzeit.

In erster Linie gilt jedoch das Augenmerk des Trainers der Leistung und der Einstellung seines Trans. „Wir haben  zu wenig für das Spiel getan und verdient verloren. Bei dem ein oder anderen besteht vielleicht die Vorstellung, dass das irgendwie automatisch laufen wird. Ich habe den Jungs gesagt, dass,  wenn wir unsere Leitung abrufen, jeder in der Kreisliga Probleme mit uns haben wird. Das setzt aber voraus, dass auch der Wille da ist, Einsatz zu zeigen und diese Leistung auch abzurufen. Dieser Wille  ist leider momentan nicht bei jedem zu sehen.“

Vor diesem Hintergrund wird es in der kommenden Woche intensivere Gespräche geben, um den Kader rechtzeitig auf Kurs zu bekommen und einen drohenden Fehlstart in die neue Saison zu vermeiden.

Eine der wenigen Ausnahmen scheint aus Sicht des Übungsleiters Leon Chalupka zu sein, der nach kurzzeitigem Einsatz in der Ersten jetzt wieder im Kader stand. „Leon hat, wie schon in der jüngeren Vergangenheit, auch in Dinslaken eine gute Partie gemacht. Er ist gut in die Zweikämpfe gegangen, hat – soweit ich das mitbekommen habe – keinen einzigen verloren. Im Spiel nach vorne hat er die meisten unserer wenigen guten Akzente gesetzt. Man sieht, dass der Einsatz in der Ersten ihm weiteres Selbstvertrauen gegeben hat.“

Im Hamborner Derby gegen Gelb-Weiß am kommenden Sonntag (15.15 Uhr) ist Leon Chalupka noch an Bord, wird dem Team dann aber Urlaubs bedingt zwei bis drei Wochen fehlen.

SC Wacker Dinslaken: Kölle, Globisch, Neukamp, Yildizhan, Jaskowiak, Türkmen, Kasch, Harling, Golomb, Sondermann, Kerseboom.

SF Hamborn 07 II: Wilm, Krawczyk, Kaplan (80. Bilgin), Coban, Wennrich, Chalupka, Kara (46. Kanagalingan), Itmec, Özen (71. Schulze), Barry (65. Oppong Meusel), Incesu.

Schiedsrichter: Stefan Kaehler (Eintracht Duisburg)

Tore: 1:0 Neukamp (22.), 1:1 Wennrich (35.), 2:1 Kasch (90.+4).

Gelbe Karten: Chalupka (21.), Kara (33.), Itmec (45.+3), Kaplan (45.+4), Golomb (47.), Yildizhan (89.).

Zuschauer: 40

Oeste