Duisburger SV 1900 – SF Hamborn 07 3:2 (0:1)

Duisburger SV 1900 – SF Hamborn 07 3:2 (0:1)

Dramatisches Derby an der Düsseldorfer Straße mit bitterem Ende für „07“ – Löwen verspielen bei starken 1900ern eine 2:0 Führung und fahren am Ende mit leeren Händen nach Hause –

Einen gebrauchten Abend erlebten die Sportfreunde Hamborn 07 am Freitag in Wanheimerort. Das Team von Michael Pomp musste sich im Duisburger Stadtderby trotz anfänglich starker Leistung und zwischenzeitlicher 2:0 Führung dem Duisburger SV 1900 am Ende in mit 2:3 geschlagen geben. Besonders bitter für die Löwen, dass der Siegtreffer der Gastgeber in der Nachspielzeit fiel.

Tim Keinert (16.) und Reid Osei (46.) schossen die Hamborner mit 2:0 in Führung. Der stark aufspielende und nie aufgebende DSV 1900 glich knapp eine Viertelstunde später binnen zweier Minuten durch Lukas Kleine-Bley (68.) und Keita Taguchi (70.) aus. George Michael Wiedemann traf in der Nachspielzeit gar zum 3:2 für die Gastgeber (90. +2), drehte damit komplett das Spiel und ließ am Ende die Löwen leer ausgehen.

„Der DSV hat hier heute ein mega starkes Derby gespielt“, befand  Löwen-Coach Michael Pomp und sah trotz des Ärgers über den späten Punktverlust den Sieger des Spieles auf der richtigen Seite. „Wenn man sieht, was Duisburg 1900 heute in das Spiel investiert hat, mit welcher Leidenschaft und mit welcher Galligkeit die gespielt haben, kann

man nur sagen, dass der 3:2 Sieg absolut verdient war. Glückwunsch an den DSV.“

Während der DSV 1900 die ersten Punkte einfahren und die Rote Laterne vorübergehend abgeben konnte, haben es die Löwen versäumt, sich ein wenig Luft nach unten zu verschaffen.

Dabei sah es zunächst für die Hamborner recht gut aus. In einem von beiden Seiten mit Tempo geführten Spiel nutzen die Löwen nach einer Viertelstunde ihre erste große Chance zur Führung. Tim Keinert wird nach einer schönen Kombination mustergültig bedient, zeigt seine alten Vollstreckerqualitäten und netzt zum 0:1 ein (16.).

Nach einer halben Stunde übernehmen dann aber die Gastgeber die Spielkontrolle, ohne jedoch ihre nun drückende Überlegenheit ummünzen zu können. „Wir hatten keinen Zugriff mehr auf das Spiel und haben uns mit dem 0:1 irgendwie in die Pause gerettet“, gab Michael Pomp im Nachgang zu.

Die Pause nutze der Hamborner Übungsleiter, um einige Umstellungen und Feinjustierungen vorzunehmen, um sich besser gegen die Wanheimerorter aufzustellen.

Direkt nach Wiederanpfiff scheint der neue Matchplan auch aufzugehen: Nach einer wieder hervorragenden Hamborner Kombination wird Reid Osei angespielt; der neue Goalgetter vollendet zum 0:2 (46.).

Wer nun erwartet hatte, dass dieses Tor dem Hamborner Spiel die nötige Sicherheit gegeben und den DSV demoralisiert hätte, sah sich jedoch getäuscht.

Die Gastgeber bohrten weiter, „07“ fand einfach keine Entlastung. „Wir haben trotz des Tores einfach keinen Zugriff mehr bekommen“, sah Michael Pomp die Ursache für die dann folgende Umkehrung des Spiels.

Hierbei mag neben dem engagierten Einsatz der 1900er auch ein glückliches Händchen ihres Coaches Julien Schneider beim Wechseln eine Rolle gespielt haben: Mit Lukas Kleine-Bley und George Michael Wiedemann, die in der 66. Minute Mehmet-Ali Cengiz und Ryoya Aota ersetzten, kamen zwei der drei späteren Torschützen aufs Feld.

Lukas Kleine-Bley traf dann auch kaum zwei Minuten nach seiner Einwechslung zum 1:2 Anschlusstreffer (68.). Ein Wirkungstreffer, der die 1900 weiter beflügelte und die Gäste lähmte.  Das Spiel kippte vollends. Folgerichtig fiel das 2:2 durch Keita  Taguchi (70.).

Michael Pomp versucht auf der anderen Seite, Ruhe in seinen Reihen zu schaffen und bringt für seinen Kapitän Jan Stuber und den Torschützen Reid Osei mit Petros Tzikas und Ahmet Ünal Ergün zwei Defensivkräfte (77.). Das Wechselglück blieb ihm – im Gegensatz zu seinem Gegenüber – aber versagt, die erhoffte Stabilisierung blieb aus.

„Wir waren oft zu weit weg vom Gegner. Auch wenn wir hinten in Überzahl waren, haben wir keinen Zugriff bekommen“, so Michael Pomp.

So trifft in den letzten Minuten der Nachspielzeit George Michael Wiedemann zum 3:2 (90.+2) und lässt die Hamborner am Ende mit leeren Händen nach Hause fahren. „Das ist, wie es leider zu uns passt momentan“, sieht Michael Pomp derzeit das Pech an den Schuhen seiner Spieler kleben.

Gleichwohl sieht der Übungsleiter auch weiteren Handlungsbedarf mit Blick auf seine Defensivabteilung: „Wir haben eine große Baustelle, dass wir einfach unseren Laden hinten nicht dicht bekommen, dort einfach zu anfällig sind. Wir schießen heute zwei Auswärtstore, führen 2:0 und lassen uns am Ende dann noch so bedienen. Das darf uns auf keinen Fall ein zweites Mal passieren, dass wir uns von Mannschaften, die im Prinzip auf Augenhöhe mit uns sind, hinten derart nass machen lassen.“

Nun heißt es „Mund abputzen“, Fehler analysieren und ausmerzen, denn am kommenden Sonntag ist mit dem FC Remscheid keine Laufkundschaft zu Gast im Holtkamp (Anstoß 15.00 Uhr). Hier wird die Löwen-Abwehr mindestens genauso stark gefordert sein wie beim DSV 1900.

Duisburger SV 1900: Chmilewski, Yildiz, Ersöz (66. Schäfer), Cengiz (66. Kleine-Bley), Aota (66. Wiedemann), Murke, Akay, Frantzozas, Schürmann, Sari, Taguchi.

SF Hamborn 07: Sadiklar, Stuber, Bode (56. Bothe), , Keinert (77. Tzikas), Osei (77. Ergün), Ay, Forbeck (86. Stenzel), Klotz, Grevelhörster, Gronemann, Nazikkol.

Schiedsrichter: Niklas Peuten (SSV Grefrath)

Tore: 0:1 Keinert (16.), 0:2 Osei (46.), 1:2 Kleine-Bley (68.), 2:2 Taguchi (70.), 3:2 Wiedemann (90.+2).

Gelbe Karten: Kanzen (21.), Murke (39.), Ersöz (39.), Cengiz (52.), Keinert (64.), Ergün (80.), Ay (90.+2), Yildiz (90. +4).

Zuschauer: 200

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