SF Hamborn 07 – TSV Meerbusch 5:6 n.E. (0:1, 1:1, 2:2 n.V)

SF Hamborn 07 – TSV Meerbusch 5:6 n.E. (0:1, 1:1, 2:2 n.V)

-Löwen zeigen in Unterzahl gegen den Oberligisten einen großen Pokal-Fight und scheitern unglücklich im Elfmeterschießen – 07-Coach Stefan Janßen ist mächtig stolz auf sein Team –

Es hat nicht sollen sein. Die Hamborner Löwen hatten sich für das Pokalspiel am Mittwochabend gegen den TSV Meerbusch viel vorgenommen, und mehr als das gehalten.

Dennoch musste sich die Mannschaft von Stefan Janßen – ab der 73. Minute wegen einer Gelb-Roten Karte gegen Kevin Kolberg in Unterzahl – nach großartigem Kampf und einer Verlängerung im anschließenden Elfmeterschießen dem Oberligisten denkbar knapp und unglücklich mit 5:6 geschlagen geben.

Zweimal konnten die Löwen einen Rückstand jeweils durch Timm Golley egalisieren (64. und 107.), hatten im Elfmeterschießen sogar die Chance, das Match für sich zu entscheiden. Es gehört zur Tragik dieses Spieles, dass ausgerechnet  der 07-Kapitän – bislang mit einer 100 % Quote bei Strafstößen – den entscheidenden Elfer nicht im Kasten der Gäste unterbringen konnte.

Löwen-Coach Stefan Janßen kam trotz der bitteren Niederlage aus dem Schwärmen für sein Team  nicht heraus: „Ich bin richtig stolz auf meine Mannschaft, wie sie dem Oberligisten Paroli geboten hat, wie sie um jeden Zentimeter des Kunstrasenplatzes gefightet haben. Das war richtig klasse. Wir können am erhobenen Hauptes behaupten, dass wir Meerbusch an den Rand einer Niederlage gebracht haben.“

Erneut schenkte Stefan Janßen auch jenen Akteuren das Vertrauen, die zuletzt weniger Einsatzzeiten hatten. So konnten sich unter anderem Kai Neul, Mamadou Diallo und Ahmet Ünal Ergün in der Startformation beweisen. „Die haben das richtig gut gemacht“, zollte der Löwen-Coach seinen Spielern Anerkennung.

Der Hamborner Übungsleiter überraschte daneben auch mit einer neuen taktischen Ausrichtung. „Ohne, dass wir das vorher groß trainiert hatten, haben wir mal mit einer Dreier- respektive einer Fünferkette gespielt“, verriet Stefan Janßen.

Hamborn machte hierdurch die Räume eng, stand dicht beim Gegner und führte zahlreiche Zweikämpfe. Die Rechnung schien auch aufzugehen, letztendlich nahm der Spielverlauf aus Sicht der Gastgeber dann aber mehrere unglückliche Wendungen.

Zunächst kassierte „07“ quasi mit dem Pausenpfiff den 0:1 Rückstand durch Harumi Goto (45.).

„Da waren wir einmal unaufmerksam“, gestand Stefan Janßen ein. „Da sieht man vielleicht noch ein wenig Unerfahrenheit, dass man einen solchen Angriff hätte rechtzeitig unterbinden können. Man muss aber auch sagen, dass der Gegner das richtig gut gemacht hat.“

Obwohl zu einem psychologisch denkbar ungünstigen Zeitpunkt kassiert, brachte der Rückstand die Löwen nicht aus dem Konzept. Im Gegenteil. Nach dem Seitenwechsel drückte das Team von Stefan Janßen und gewann die Oberhoheit über die Partie.

Nach einem Handspiel im 16er des TSV Meerbusch gibt es Strafstoß für Hamborn. Es ist erneut Timm Golley, der die Verantwortung übernimmt und sicher zum 1:1 verwandelt (64.).

„07“ leckt Blut, will mehr. „In dieser Phase waren wir dem 2:1 näher als der Gegner“, umschrieb Stefan Janßen im Nachgang diese Drangphase seines Teams, das rund eine Viertelstunde vor Schluss den nächsten Nackenschlag hinnehmen musste.

Nach wiederholtem Foulspiel sieht Kevin Kolberg die Ampelkarte; Hamborn spielt fortan in Unterzahl (73.). „Eine etwas unglückliche Entscheidung“, fand Stefan Janßen. Dennoch geben die Hamborner weiter Gas, der zählbare Erfolg bleibt leider aus. So steht es  1:1 am Ende der regulären Spielzeit; es geht in die Verlängerung.

Hamborn, eh schon durch den Platzverweis geschwächt, droht der nächste Rückschlag. Bei dem etwas überharten Einsatz eines Meerbuscher Angreifers  wird Löwen-Keeper Muhammed Sadiklar im Zweikampf verletzt, beißt aber auf die Zähne und macht weiter. „Vielleicht eine entscheidende Szene“, mutmaßt Stefan Janßen. Der 07-Schlussmann macht wenig später eine unglückliche Figur, als er einen Schuss nach vorne abprallen lässt,  Dominik Reinert ist zur Stelle und bringt Meerbusch mit 1:2 nach vorne (97.).

Wer dachte, dass die Löwen nun einbrechen würden, sah sich getäuscht. „07“ hielt dagegen, ließ sich vom erneuten Rückstand nicht irritieren und wurde knapp 10 Minuten später durch ein herrlich in den Winkel getretenen Freistoß von Timm Golley mit dem 2:2 belohnt (107.).

In Unterzahl kämpft Hamborn weiter. Beide Mannschaften vermochten es jedoch nicht mehr, die Partie in der verbleibenden Spielzeit der Verlängerung zu entscheiden. Somit musste das Elfmeterschießen über den Einzug in die 2. Pokalrunde entscheiden.

Für Hamborn folgte erneut eine Achterbahnfahrt der Gefühle, dieses Mal nur komprimiert. Nachdem Kevin-Dean Krystofiak, Marcel Stenzel und Benedikt Helling ihre Strafstöße verwandeln konnten und Löwen-Keeper Muhammed bei einem Gegentreffer von Harumi Goto zwei Elfer pariert hatte, schien der Sieg für „07“ ganz nah. Doch dann verließ die Löwen das Glück. Timm Golley – sonst eine Bank beim Verwandeln von Strafstößen – konnte den entscheidenden Elfmeter nicht im Tor der Gäste unterbringen, dafür trafen die Schützen des TSV in Folge sicher und sorgten letztendlich für das knappe und aus Hamborner Sicht unglückliche 5:6.

„Ich hätte meine Augen zumachen und den Sieg feiern können, als Timm Golley zum entscheidenden Elfmeter anlief“, verriet Stefan Janßen. „Aber so ist Fußball. Am Ende kommt der Gegner weiter und wir sind ausgeschieden.“

Trotz des Frustes bleibt der Stolz und insbesondere der Blick des Hamborner Übungsleiters nach vorne: „Wir können stolz sein auf das Geleistete, und nur das soll jetzt überwiegen. Jetzt heißt es, die Wunden des Ausscheidens zu lecken und volle Konzentration auf das Spitzenspiel am kommenden Sonntag gegen Steele zu richten.“

Wir gratulieren dem TSV Meerbusch zum Einzug in die nächste Pokalrunde, gratulieren aber auch gleichermaßen Stefan Janßen und seiner Mannschaft zu dieser fabelhaften Leistung, die – aus unserer Sicht – sicherlich ein anderes Ergebnis verdient gehabt hätte.

SF Hamborn 07: Sadiklar, Diallo, Helling, Neul (66.), Wichert (58. Krystofiak), Keinert (99.), Kolberg, Goralski (58. Bode), Schmitt, Ergün (58. Golley), Herrmann.

TSV Meerbusch: Hersey, Hoff, Fahrian, Kempkens, Tolaj (115. Ballah), Ayan (106. Macvan), Goto, Heise (66. Belasky), Ellguth, Nehrbauer (66. Massold), Reinert.

Schiedsrichter: Daniel Schierok (SV Essen-Borbeck)

Tore: 0:1 Goto (45.), 1:1 Golley (64. Strafstoß), 1:2 Reinert (97.), 2:2 Golley (107.).Elfmeterschießen:

3:2 Krystofiak, 4:2 Stenzel, 4:3 Massold, 5:3 Helling, 5:4 Goto, 5:5 Reinert, 5:6 Kempkens.

Gelbe Karten: Wichert (31. Foulspiel), Neul (51. Foulspiel), Kolberg (53. Foulspiel), Hoff (65. Foulspiel), Kempkens (75. Foulspiel),Tolaj (90. Foulspiel), Herrmann (90.+1 Foulspiel), Massold (105. Foulspiel), Sadiklar (110. Unsportlichkeit)

Gelb-Rote Karte: Kolberg (73. Foulspiel)

Zuschauer: 178

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